Mannhaft gelang es den Abgeordneten der Volkspartei zunächst noch das feministische Komplott abzuwehren. Sie filibusterten, zogen die Debatte in die Länge. Wütend wetterte der freiheitliche Parteiführer wider den Verrat der Väter alter Sitte und forderte gar eine Volksabstimmung über diese Schicksalsfrage der Nation. Allein, es half aller Widerstand nichts. Ab dem Neujahrstag 2012 hört die Republik, wenn schon nicht auf eine neue, so doch auf eine in markanten Details abgeänderte Hymne.

Ab null Uhr holpert es nun im österreichischen Nationalchoral: "Heimat großer Töchter und Söhne", und in der dritten Strophe sind es nicht mehr "Brüderchöre", die dem Vaterland Treue schwören, sondern "Jubelchöre" – warum auch immer. Alle anderen Anachronismen des durch den Paragrafen 248 Strafgesetzbuch ("Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole") behüteten Textes blieben unangetastet.